Zum Inhalt springen Zum Fußbereich springen

Mai 2026: Vorraussetzungen bleiben schwierig

Voraussetzungen bleiben schwierig

Die wirtschaftliche Lage in der Branche bleibt angespannt – die Betriebe stellen sich den Herausforderungen.

Göppingen. Die Mitglieder der Göppinger Kfz-Innung haben ihren Obermeister Ludger Wendeler in seinem Amt bestätigt. Er dankte für das erneute Vertrauen, seinem Vorstandsteam und auch den Mitgliedern bei der Jahresversammlung. Auch sein Stellvertreter Jochen Staudenmayer wurde wieder gewählt. Der weitere Vorstand bleibt ebenfalls im Amt: Jochen Baumann, Jürgen Holz, Johannes Könninger, Felix Ritter, Dirk Stahl, und Armin Weber. Neu gewählt wurde Alexandra Zimmermann vom Autohaus Schmid in Donzdorf. 

Bei der Veranstaltung erhielten mehrere Betriebe Urkunden für Betriebsjubiläen, die herausragenden Auszubildenden wurden ausgezeichnet und Andreas Bauer wurde für 35-jähriges Engagement im Gesellenprüfungsausschuss geehrt. 

In seinem Rück- und Ausblick berichtet Obermeister Ludger Wendeler von den Herausforderungen in der Branche und zeichnet ein differenziertes Bild – zwischen anhaltenden Herausforderungen und vorsichtigem Optimismus. Gleich zu Beginn macht Wendeler deutlich, dass sich die Rahmenbedingungen seit der letzten Versammlung kaum verbessern. „Wir leiden nach wie vor massiv unter der anhaltenden Rezession, gerade hier im Filstal“, betont er. Die starke Abhängigkeit vieler Betriebe von der Automobilindustrie wirkt sich deutlich aus: Produktionsverlagerungen ins Ausland, sinkende Industriearbeitsplätze und zunehmender Wettbewerbsdruck im Fahrzeughandel prägen die Situation. Auch politisch und regulatorisch bleibt die Lage unsicher. Für die Betriebe bedeutet dies fehlende Planungssicherheit. Wendeler kritisiert zudem die weiterhin hohe Bürokratie: „Jeder spricht von Entlastung, aber in der Praxis kommt davon wenig an.“

Die wirtschaftlichen Kennzahlen zeigen ein gemischtes Bild. Bundesweit steigen die Neuzulassungen leicht, im Landkreis Göppingen jedoch schwächer. Das Gebrauchtwagengeschäft entwickelt sich stabil, setzt jedoch keine neuen Impulse. Positiv hebt Wendeler das Servicegeschäft hervor, das im vergangenen Jahr noch „auskömmlich“ ist, wenngleich erste Rückgänge bei Auslastung und Umsatz erkennbar sind. Insgesamt bleibt die Ertragslage angespannt: „Von 100 Euro Umsatz bleiben im Schnitt nur 1,10 Euro Gewinn – das ist deutlich zu wenig für notwendige Investitionen.“

Als zentralen Umbruch beschreibt Wendeler die Transformation der Branche: „Wir befinden uns in der größten Veränderung seit dem Umstieg vom Pferd auf das Auto.“ Elektromobilität gewinnt zunehmend an Bedeutung – nicht zuletzt durch technische Fortschritte und steigende Kraftstoffpreise. Gleichzeitig setzen viele Hersteller weiterhin auf Verbrennungsmotoren über 2030 hinaus, was auch für die Werkstätten wichtig ist. Der Obermeister betont, wie wichtig die Innungen und die Verbände für das Kfz-Handwerk und die Betriebe sind – nur wenn man mit einer starken Stimme spreche, werde man in der Politik gehört. 

Ein Lichtblick zeigt sich im Bereich Ausbildung. Die Zahl der Auszubildenden steigt zuletzt deutlich, die Klassen sind gut gefüllt. „Das ist eine gute Nachricht für unseren Nachwuchs“, so Wendeler. Er dankt in diesem Zusammenhang den Betrieben und der Schule für ihre Arbeit, die für diese Arbeit verantwortlich zeichnen.