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Wir können Räderwechsel
Wenn die Temperaturen sinken, wird es Zeit, das Auto auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Dazu gehört vor allem die richtige Bereifung. Warum Winterreifen wichtig sind und worauf Autofahrer beim Räderwechsel achten sollten, erklärt Frank Weeger, Inhaber des Autohauses Klützke in Göppingen.
Mit Sandalen auf die Zugspitze wandern? Das dürfte wohl kaum jemandem einfallen. „Wenn ich auf die Zugspitze zum Wandern gehe, ziehe ich auch keine Sandalen an, sondern ordentliche Wanderschuhe“, sagt Frank Weeger. Genauso sei es beim Auto: Die Bereifung müsse zu den jeweiligen Straßen- und Witterungsverhältnissen passen. Deshalb empfiehlt der Fachmann, rechtzeitig auf Winterräder umzusteigen. Denn gerade bei niedrigen Temperaturen, Schnee und Eis kommt es auf den richtigen Grip an. Winterreifen sind mit ihrer speziellen Gummimischung und ihrem Profil auf winterliche Straßenverhältnisse ausgelegt. Sie sorgen für bessere Haftung und können den Bremsweg auf Schnee und Eis deutlich verkürzen. Wer jetzt einen Termin für den Räderwechsel vereinbart, ist auf den ersten Wintereinbruch vorbereitet. Eine Alternative können Ganzjahresreifen sein. „Wer nicht viel fährt, für den können Allwetterreifen eine Möglichkeit sein“, erklärt Weeger. Allerdings seien richtige Winterreifen gerade bei anspruchsvollen winterlichen Bedingungen die bessere Wahl. Wichtig ist dabei nicht nur der Wechsel selbst, sondern auch der Zustand der Reifen. Zwei Dinge sollten Autofahrer besonders im Blick behalten: das Alter und die Profiltiefe. Wie alt ein Reifen ist, lässt sich anhand der sogenannten DOT-Nummer auf der Reifenflanke erkennen. Die letzten vier Ziffern geben die Produktionswoche und das Produktionsjahr an. Steht dort beispielsweise 2322, wurde der Reifen in der 23. Kalenderwoche des Jahres 2022 hergestellt. „Älter als sechs Jahre sollte ein Winterreifen nach Möglichkeit nicht werden“, empfiehlt Weeger. Entscheidend ist allerdings immer auch der tatsächliche Zustand.
Ebenso wichtig ist die Profiltiefe. Zwar schreibt der Gesetzgeber lediglich 1,6 Millimeter vor, doch das reicht für einen sicheren Winterbetrieb nach Einschätzung des Experten nicht aus. „Wir brauchen mindestens vier Millimeter, damit wir die Reifen noch eine Saison fahren können“, betont Weeger. Denn mit abnehmendem Profil verschlechtern sich insbesondere auf Schnee und Matsch die Fahreigenschaften.
Sein Rat lautet deshalb, den Räderwechsel nicht auf die lange Bank zu schieben. In einem qualifizierten Kfz-Innungsbetrieb können die Fachleute nicht nur die Räder wechseln, sondern auch den Zustand der Reifen überprüfen. So lässt sich rechtzeitig feststellen, ob die vorhandenen Winterreifen noch für eine weitere Saison geeignet sind oder ersetzt werden sollten.
Zwei Männer haben eine Vision


Zwei Priester aus Nigeria haben eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker im Landkreis Göppingen gemacht. Und sie haben einen Plan.
Es ist ein besonderer Weg, den Kennedy Ibe und Joseph Ikeka mit ihrer Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker hinter sich haben. Gleichzeitig haben sie nun einen weiten und wohl auch beschwerlichen Weg vor sich. Bei der Lossprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Göppingen im Frühjahr haben sie ihren Gesellenbrief bekommen und strahlten dennoch vor Glück. Soweit, so normal. Siegfried Pietrass, der frühere, langjährige und rührige Leiter der Gewerblichen Schule Göppingen erklärt, warum das in diesem Fall doch etwas außergewöhnlicher ist: „Die beiden sind Priester in Nigeria und wollen in ihrer Heimat eine Schule für berufliche Bildung gründen.“ Einen Abschluss, der gewisse Standards erfüllt, machen die meisten jungen Leute nicht – es gibt schlicht keine solchen Vorgaben. Joseph Ikeka gibt ein Beispiel: „Wer eine Weile in einer Werkstatt arbeitet und sich gut anstellt, der lernt einfach und kann das dann irgendwie – oder auch nicht.“ Genau das wollen die beiden ändern. Das ist der Weg, die Vision, die noch vor ihnen liegt. Begleitet werden sie beim Aufbau ihrer Schule von Siegfried Pietrass und wohlwollenden Unterstützern in ihrer Heimat, die sie aber auch noch von ihrer Idee überzeugen müssen. Finanzielle Unterstützung gibt es auch von verschiedenen Rotary Clubs.
Weiter Erfahrung sammeln
Bevor sie in Nigeria starten können, müssen sie in ihren Berufen in Deutschland weiter Erfahrung sammeln – so will es die Kirchenleitung in ihrer Heimat. Mit ihrem Abschluss in der Tasche geht der Weg weiter. Mittlerweile leben und arbeiten sie an verschiedenen Orten, ein Studium ist in Angriff genommen, um alles zu vertiefen. Die Basis, ihre Ausbildung, haben sie aber gemeinsam im Autohaus Ratzel in Zell unter Aichelberg geschaffen. „Es war schon eine Herausforderung, Betriebe zu finden, die dieses Projekt begleiten und sich den beiden Azubis annimmt, von denen niemand so recht die Vorkenntnisse kannte“, berichtet Petra Heschke, Geschäftsführerin der Kfz-Innung Göppingen. Doch man hat es geschafft. Weil ein Branchen-Kollege nach einer Zusage kurzfristig abgesprungen sei, hatte Frieder Ratzel spontan versprochen beiden eine Chance zu geben – ursprünglich war nur einer der beiden für die Ausbildung in seinem Betrieb vorgesehen. „Es war von Anfang an ein Herzensprojekt und ist es immer mehr geworden“, berichtet er. Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass es viele Hürden und auch kulturelle Unterschiede gab, die das Team vor allem am Anfang vor Herausforderungen stellte. „Aber man hat darüber gesprochen und konnte Differenzen aus dem Weg schaffen, die einfach nur ein Missverständnis waren“, erklärt er. Er sei seinem Team sehr dankbar, dass die den Weg mitgegangen sind und die beiden besonderen Azubis, die bereits Mitte 30 sind, gut aufgenommen und begleitet haben.
„Berufliche Bildung für Nigeria e.V.“ heißt der Verein, der unter anderem von Siegfried Pietrass und Priester Dr. Angelo Chidi Unegb gegründet wurde. Diese Verbindungen zur katholischen Kirche im Landkreis waren eine wichtige Basis. Leben die beiden Priester am Anfang noch in der Einliegerwohnung von Siegfried Pietrass, haben sie in Kirchenkreisen ein Quartier und auch geistliche Beschäftigung gefunden, bei der sie zum Beispiel immer wieder Gottesdienste in der katholischen Kirchengemeinde in Salach hielten. Bis sie wieder in der Heimat im Bistum Okigwe predigen können, wird noch eine Zeit vergehen – denn noch dreht sich das - weltliche - Leben der beiden weiter um Fahrzeuge und Bildungsthemen.